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Über Monate oder gar Jahre sammelt sich jede Menge „Müll“ auf deiner WordPress Seite. Beiträge, die du doch nicht veröffentlicht hast, Bilder, die du irgendwann mal ausgetauscht, aber nicht gelöscht hast, Spamkommentare, fehlerhafte Links etc. Ganz schön viel unnötiger Ballast für deine Website. Darum solltest du ihr unbedingt mal einen Frühjahrsputz gönnen und WordPress ordentlich aufräumen. Dafür habe ich für dich eine 12 Schritte-Anleitung zusammengestellt, mit der du deine Seite ganz schnell und leicht auf Vordermann bringst.

Warum ist WordPress aufräumen so wichtig?

Ungenutzte, insbesondere große Bild-Dateien sowie Codes, die gar nicht verwendet werden, nehmen zu viel Speicherplatz von deiner Website und machen sie langsamer. Das bringt SEO-Minuspunkte und die Benutzerfreundlichkeit leidet. Außerdem sind z.B. ungenutzte Plugins ein Sicherheitsrisiko, das einfach vermeidbar ist.

Gründe für das Aufräumen von WordPress

  • Mehr verfügbarer Speicherplatz
  • Schnellere Ladegeschwindigkeit
  • Suchmaschinenoptimierung
  • Höhere Sicherheit
  • Höhere Benutzerfreundlichkeit
  • Bessere Übersichtlichkeit und einfachere Verwaltung
Bevor du aber mit deiner Aufräumaktion loslegst, solltest du unbedingt einen Backup anlegen, z.B. mit dem Plugin Updraft Plus*. Denn solltest du versehentlich etwas löschen, was du eigentlich nicht löschen willst, hast du dann immer noch die Möglichkeit, deine Website schnell wiederherzustellen.

1. Themes löschen

In deinem WP-Dashboard unter Design --> Themes findest du alle Themes, die deine Installation beinhaltet. Zur Darstellung deiner Website benötigst du allerdings nur das Theme, das sich im Status „Aktiv“ befindet sowie ein weiteres WP Standardtheme. Dieses springt ein, sollte dein aktives Theme aus irgendeinem Grund ausfallen. Alle anderen Themes, die hier eventuell installiert sind, solltest du löschen. Benutzt du ein Child-Theme, muss natürlich auch das Parent-Theme installiert bleiben.

Extratipp:

Alternativ kannst du dir einen Zugang zum FTP über Filezilla einrichten und unter wp-content --> themes die Ordner mit ungenutzten Themes einfach löschen. Aber Vorsicht: schaue vorher unbedingt nach, welches Theme auf deiner Website aktiv ist!

2. Plugins löschen

Wie das so ist, probiert man zwischendurch neue Plugins aus und vergisst sie zu löschen. Oder man hat ein super Plugin empfohlen bekommen und hat ihn schon mal für später installiert. Beides ist kein optimales Verhalten, aber leider die gängige Praxis unter vielen Websitebetreibern. Deshalb solltest du als nächstes nach ungenutzten Plugins schauen und diese am besten sofort löschen. Auch Plugins, deren Funktion von einem anderen Plugin in deiner Installation ausgeführt werden kann, sollten entfernt werden. Denn je weniger Plugins du hast, desto weniger Sicherheitslücken  und desto mehr Speicherplatz sind vorhanden.

3. Plugins und Themes aktualisieren

Themes und Plugins, die jetzt noch übrig sind sollten natürlich alle auf den aktuellen Stand gebracht werden. Denn Aktualisieren ist wichtig für die Sicherheit und die Funktionalität deiner Website.

4. Mediathek aufräumen

Kümmere dich als nächstes um deine Mediathek. Unter dem Menüpunkt Medien --> Medienübersicht findest du alle Bilder (und auch PDF-Dateien), die in deiner WP Installation gespeichert sind. Einige von Ihnen werden mit Sicherheit auf keiner Unterseite und in keinem deiner Beiträge genutzt. Diese solltest du unbedingt entfernen, um Speicherplatz nicht unnötig zu verschwenden. Setze den Filter auf „Nicht angehängt“ und lasse dir damit alle Bilder anzeigen auf die es zutrifft. Aber Achtung! Wenn du einen Pagebuilder verwendest, wird es auch auf viele Bilder zutreffen, die auf der Website tatsächlich genutzt werden.
WordPress aufräumen - Mediathek
  Eine bessere Möglichkeit „lose“ Bilder zu identifizieren wäre deshalb z.B. das Plugin Media Cleaner, das in der Pro Version mit allen gängigen Pagebuildern zurechtkommt. Und wenn du grade deine Bilder überprüfst, schaue doch gleich nach, ob alle in der richtigen Größe sind. Bilder gleich richtig hochladen ist natürlich immer sehr empfehlenswert, sollte das eine oder andere Bild doch zu groß sein, nutze das Plugin Enable Media Replace, um sie durch passend zugeschnittene und komprimierte Bilder zu ersetzen.

5. Entwürfe entfernen

Entwürfe von Seiten oder Beiträgen solltest du bei deinem WP Frühjahrsputz natürlich ebenfalls löschen sofern du sie nicht (wieder-)veröffentlichen möchtest. Für Seiten und Beiträge, die bereits veröffentlicht waren und noch bei Google gelistet sind, solltest du unbedingt vorher eine 301-Weiterleitung einrichten. So vermeidest du, dass Besucher aus dem Google Index auf einer nicht existierenden Seite landen. Nutze dafür ein Plugin wie z.B. Simple 301 Redirects.  Oder gebe folgende Codes in deine .htaccess ein:  

Für Beitäge:

  redirect /alter-beitrag https://deinedomain.de/neuer-beitrag  

Für Seiten:

  redirect /url-alte-seite https://deinedomain.de/url-neue-seite  

6. Kommentare prüfen

Könen die Besucher deiner Website Kommentare unter den Beiträgen hinterlassen? Dann schaue nach, ob Spamkommentare gespeichert wurden. Sollte dies der Fall sein entferne sie. Um dein Dashboard ordentlich zu halten, kannst du Spamkommentare von einem Plugin (z.B. Antispam Bee) automatisch nach Ablauf vordefinierter Zeit löschen lassen. Auch wenn das manuelle Ertfernen von Spamkommentaren ganz einfach ist, kannst du sie auch mit Hilfe eines Plugins, das ich unter Punkt 9 empfehle, automatisch löschen lassen.

Extratipp:

Nach Vorgaben der DSGVO darfst du die IP der Kommentare nicht speichern. Schaue also nach, ob du das automatische Speichern blockiert bzw. die Anonymisierung der IP’s aktiviert hast. Folgenden Code kannst du ggf. in die funktion.php deines Child Themes einfügen:  

7. Tags und Kategorien sortieren

Als nächstes werfe einen Blick auf die Tags und Kategorien. Gibt es hier vielleicht auch welche, die nicht mehr genutzt werden? Kategorien ohne zugeordnete Beiträge nehmen zwar nicht unbedingt viel Speicherplatz ein, sie stören aber unnötig die Übersichtlichkeit deines Dashboards und sollen deshalb weg.

8. Interne und externe Links checken

Externe Verlinkungen sind oft hilfreich für die Nutzer und geben positive Signale an Google. Damit du sicher bist, dass deine Besucher an die richtige Stelle weitergeleitet werden, solltest du jetzt unbedingt deine Website auf fehlerhafte Links überprüfen. Mit dem Plugin Broken Link Checker kannst du die Seite einfach scannen und kaputte Links entweder entfernen oder durch richtige URL's ersetzen. Das Plugin prüft natürlich auch interne Verlinkungen.
WordPress aufräumen - Fehlerhafte Links

Extratipp:

Deinstalliere das Plugin nach dem Gebrauch wieder, da es recht viel Speicherplatz benötigt und auch Sicherheitslücken mitbringen kann. Installiere es neu, wenn du deine Links mal wieder checken möchtest.

9. Datenbank aufräumen

Dieser Schritt hat es in sich. Solltest du trotz meiner anfänglichen Empfehlung kein Backup angelegt haben, wird jetzt höchste Zeit dafür. Denn wir beschäftigen uns jetzt mit der Datenbank. Ja, auch die Datenbank sollte zumindest einmal im Jahr aufgeräumt werden. Dabei helfen dir Plugins wie WP-Optimize* oder Advanced Database Cleaner. Wp-Optimize löscht automatisch alle Entwürfe und gelöschte Beiträge, sodass du Punkt 5 dieser Liste nicht manuell ausführen müsstest. Doch Vorsicht, lösche nicht zu viel! Auch Spamkommentare sowie ungenehmigte Kommentare werden von dem Plugin entfernt. Viel spannender sind aber das Löschen von Beitragsrevisionen und das Optimieren von Tabellen.
WordPress aufräumen - Datenbank

Revisionen löschen und begrenzen

Revisionen sind automatisch gespeicherte Versionen eines Beitrags, die zur Wiederherstellung genutzt werden können. Durchaus eine praktische WordPress-Funktion. Zahlreiche Revisionen brauchen allerdings viel Speicherplatz und sollten daher auch mal gelöscht werden.

Extratipp:

Du kannst die Anzahl von Revisionen mit einem kleinen Codeschnipsel in der wp-config.php von vornhinein begrenzen. Mit
define ('WP_POST_REVISIONS', 5);
würden z.B. generell nur 5 Revisionen angelegt werden.

Tabellen optimieren

Die Datenbank besteht aus Tabellen, die jeweils einen bestimmten Bereich deiner Website bedienen. WordPress selbst bringt einige Tabellen mit. Aber auch jedes Plugin, das du installierst legt eine oder mehrere Tabellen in deiner Datenbank an. Nach einer Weile werden diese Tabellen ineffizient und müssen optimiert werden. Eine Optimierung kann dir unter Umständen richtig viel Speicherplatz bringen. Wie viel genau, zeigen dir die Plugins an. Auch diese Plugins kannst du nach der Aufräumaktion wieder löschen.

Extratipp:

Es ist ratsam neue Plugins zuerst auf einer Testseite zu testen, denn viele Plugins entfernen nicht alle Daten aus der Datenbank nach dem Löschen. Die übriggebliebenen Tabellen gelöschter Plugins kannst du aber auch manuell aus der Datenbank entfernen. Lasse dir dafür in dem Plugin alle Tabellen anzeigen. Und klicke auf Entfernen, wenn die Tabelle zu einem nicht mehr genutzten Plugin gehört. Aber Achtung, solltest du dir unsicher sein, lasse lieber die Finger davon!

WP-Datenbank verstehen

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10. SSL-Verschlüsselung aktivieren

Läuft deine Website schon über https:// oder hast du die SSL-Verschlüsselung noch nicht aktiviert? Wenn nein, dann möchte ich dir dringen dazu raten. Neben der Tatsache, dass die DSGVO bei Kontaktformularen und jeglicher Art von Registrierung eine Verschlüsselung der Datenübertragung vorschreibt, gehört SSL heute zum Standard. Das https://-Protokoll macht deine Seite nicht nur sicherer, sondern auch schneller. Das Installieren des SSL-Zertifikats ist auch überhaupt nicht schwierig.

11. Seitenzustand überprüfen

Eine noch relativ neue, aber sehr nützliche Funktion von WordPress ist der „Website-Zustand“. Du findest sie unter dem Menüpunkt Werkzeuge. Hier wird es dir angezeigt, wenn mit deiner Seiten etwas nicht stimmt und wo eine Aktion erforderlich ist. So macht WordPress dich unter anderem darauf aufmerksam, wenn es Zeit ist PHP-Version zu aktualisieren (siehe Beispiel im Bild) oder WordPress upzudaten.
WordPress aufräumen - Seitenzustand

12. Inhalte hinterfragen

Als letztes solltest du deine Inhalte checken. Gibt es vielleicht Beiträge, die nicht mehr aktuell sind? Überlege, ob du sie inhaltlich auf den neuesten Stand bringst oder einfach entfernst. Prüfe, ob dein Impressum und deine Datenschutzerklärung vollständig sind. Schaue nach, ob deine Kontaktseite ordentlich funktioniert und Anmeldungen über das Newsletter-Formular überhaupt noch möglich sind. Und falls du noch keine 404-Fehlerseite hast, solltest du unbedingt eine anlegen.
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