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Über Monate oder gar Jahre sammelt sich jede Menge „Müll“ auf deiner WordPress Seite. Beiträge, die du doch nicht veröffentlicht hast, Bilder, die du irgendwann mal ausgetauscht, aber nicht gelöscht hast, Spamkommentare, fehlerhafte Links etc. Ganz schön viel unnötiger Ballast für deine Website. Darum solltest du ihr unbedingt mal einen Frühjahrsputz gönnen und WordPress ordentlich aufräumen. Dafür habe ich für dich eine 11 Schritte-Anleitung zusammengestellt, mit der du deine Seite ganz schnell und leicht auf Vordermann bringst.

Warum ist WordPress aufräumen so wichtig?

Ungenutzte Dateien, insbesondere große Bild-Dateien, sowie Codes nehmen viel Speicherplatz von deiner Website ein und machen sie langsamer. Darunter leidet die Benutzerfreundlichkeit deiner, denn mal ehrlich, wer möchte sich bei Surfen im Internet Minuten mit dem Laden einer Website aufhalten. Keiner! Dieses Problem hat auch Google erkannt und hat mit der Einführung von Web Core Vitals reagiert. Das heißt für dich als Websitenbetreiber, dass dir auf Grund von einer langsamen Seite nicht nur potentielle Kunden abspringen, sondern dass du langfristig wahrscheinlich nicht auf die Top-Positionen in den Google-Suchergebnissen kommst.

Außerdem sind z.B. ungenutzte Plugins und Themes ein Sicherheitsrisiko, das einfach vermeidbar ist. Denn, auch wenn ein Plugin deaktiviert ist, befinden sich seine Dateien, sein Code, noch in deiner Installation. Sie bieten also eine Möglichkeit mehr deine Website anzugreifen. Und weil die deaktivierten Plugins gerne nicht mehr aktualisiert werden, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für eine Sicherheitslücke an dieser Stelle noch mal stark. Prüfe also die Notwendigkeit installierter Plugins, um deine WordPress Seite sicherer zu machen.

Nichts zuletzt hilft das Aufräumen deines Dashboards bei der Verwaltung deiner Website. Du musst nicht stundenlang durch die riesige, unübersichtliche Mediathek scrollen, um ein Bild zu finden, dass du in eine Beitrag einbinden möchtest. Du kannst dich nur mit den Seiten und Beiträgen beschäftigen, die für dich wirklich relevant sind.

Gründe für das Aufräumen von WordPress

  • Mehr verfügbarer Speicherplatz
  • Schnellere Ladegeschwindigkeit
  • Suchmaschinenoptimierung
  • Höhere Sicherheit
  • Höhere Benutzerfreundlichkeit
  • Bessere Übersichtlichkeit und einfachere Verwaltung

Bevor du aber mit deiner Aufräumaktion loslegst, solltest du unbedingt einen Backup anlegen, z.B. mit dem Plugin Updraft Plus*. Denn solltest du versehentlich etwas löschen, was du eigentlich nicht löschen willst, hast du dann immer noch die Möglichkeit, deine Website schnell wiederherzustellen.

1. Themes aktualisieren und löschen

In deinem WP-Dashboard unter Design --> Themes findest du alle Themes, die deine Installation beinhaltet. Zur Darstellung deiner Website benötigst du allerdings nur das Theme, das sich im Status „Aktiv“ befindet (bei Verwenden eines Child Themes natürlich auch das Eltern Theme!) sowie EIN weiteres WP Standardtheme. Dieses springt ein, sollte dein aktives Theme aus irgendeinem Grund ausfallen.

Bringe alle diese Themes auf den aktuellsten Stand. Alle anderen Themes, die hier eventuell installiert sind, solltest du löschen.

Extratipp:

Alternativ kannst du dir einen Zugang zum FTP über Filezilla einrichten und unter wp-content --> themes die Ordner mit ungenutzten Themes einfach löschen. Aber Vorsicht: schaue vorher unbedingt nach, welches Theme auf deiner Website aktiv ist!

2. Plugins aktualisieren und löschen

Wie das so ist, probiert man zwischendurch neue Plugins aus und vergisst sie zu löschen. Oder man hat ein super Plugin empfohlen bekommen und hat ihn schon mal für später installiert. Beides ist kein optimales Verhalten, da neue Plugins und Themes auf einer Testseite getestet werden sollen, aber leider die gängige Praxis unter vielen Websitebetreibern. Deshalb solltest du als nächstes nach ungenutzten Plugins schauen und diese am besten sofort löschen.

Prüfe außerden, ob du Plugins verwendest, deren Funktion von einem anderen Plugin in deiner Installation bereits ausgeführt wird bzw. ausgeführt werden kann.  Denn je weniger Plugins du hast, desto weniger Sicherheitslücken und desto mehr Speicherplatz sind vorhanden.

Die übrig gebliebenen Plugins solltest du aktualisieren.

3. Mediathek aufräumen

Kümmere dich als nächstes um deine Mediathek. Unter dem Menüpunkt Medien --> Medienübersicht findest du alle Bilder (und auch PDF-Dateien), die in deiner WP Installation gespeichert sind.

Einige von Ihnen werden mit Sicherheit auf keiner Unterseite und in keinem deiner Beiträge genutzt. Diese solltest du unbedingt entfernen, um Speicherplatz nicht unnötig zu verschwenden. Setze den Filter auf „Nicht angehängt“ und lasse dir damit alle Bilder anzeigen auf die es zutrifft.

Aber Achtung! Wenn du einen Pagebuilder verwendest, wird es auch auf viele Bilder zutreffen, die auf der Website tatsächlich genutzt werden. Eine bessere Möglichkeit „lose“ Bilder zu identifizieren wäre deshalb z.B. das Plugin Media Cleaner, das in der Pro Version mit allen gängigen Pagebuildern zurechtkommt.

WordPress aufräumen - Mediathek

Nutzt du wirklich sehr viele Bilder auf deiner Website? Dann kann ich dir das Plugin WordPress Real Media Library von devowl.io empfehlen. Damit kannst du deine Bilder in Ordner sortieren und sie so leichter wiederfinden, wenn du sie brauchst.

Und wenn du grade deine Bilder überprüfst, schaue doch gleich nach, ob alle in der richtigen Größe sind. Solltest du Bilddateien mit einer Dateigröße von 1 MB oder Maßen von 2000x3000 px o.ä. haben, informiere dich dringend über die richtige Verwendung von Bildern auf WordPress.

4. Entwürfe entfernen

Entwürfe von Seiten oder Beiträgen solltest du bei deinem WP Frühjahrsputz natürlich ebenfalls löschen sofern du sie nicht (wieder-)veröffentlichen möchtest. Für Seiten und Beiträge, die bereits veröffentlicht waren und noch bei Google gelistet sind, solltest du unbedingt vorher eine 301-Weiterleitung einrichten. So vermeidest du, dass Besucher aus dem Google Index auf einer nicht existierenden Seite landen. Nutze dafür ein Plugin wie z.B. Simple 301 Redirects.  Oder gebe folgende Codes in deine .htaccess ein:  

Für Beitäge:

  redirect /alter-beitrag https://deinedomain.de/neuer-beitrag  

Für Seiten:

  redirect /url-alte-seite https://deinedomain.de/url-neue-seite  

5. Kommentare prüfen

Könen die Besucher deiner Website Kommentare unter den Beiträgen hinterlassen? Dann schaue nach, ob Spamkommentare gespeichert wurden. Sollte dies der Fall sein entferne sie.

Um dich vor Spamkommentaren zu schützen und dein Dashboard ordentlich zu halten, kannst du z.B. das Plugin Antispam Bee nutzen. Bei entsprechender Einstellung löscht es Spam automatisch nach Ablauf vordefinierter Zeit, sodass du dich nicht permannent darum kümmern musst.

 

Extratipp:

Nach Vorgaben der DSGVO darfst du die IP deiner Kommentatoren nicht speichern! Schaue also nach, ob du das automatische Speichern blockiert bzw. die Anonymisierung der IP’s aktiviert hast. Sollte dies noch nicht der Fall sein, nutze das Plugin Remove IP oder füge folgenden Code in die funktion.php deines Child Themes ein:

function wpb_remove_commentsip( $comment_author_ip ) {return '';}
add_filter( 'pre_comment_user_ip', 'wpb_remove_commentsip' );

Da die bisherigen Kommentaren inkl. der IP gespeichert wurden, musst du jetzt auch noch die IP's aus deiner Datenbank entfernen.

6. Tags und Kategorien sortieren

Als nächstes werfe einen Blick auf die Tags und Kategorien. Gibt es hier vielleicht auch welche, die nicht mehr genutzt werden? Kategorien ohne zugeordnete Beiträge nehmen zwar nicht unbedingt viel Speicherplatz ein, sie stören aber unnötig die Übersichtlichkeit deines Dashboards und sollen deshalb weg.

7. Inhalte hinterfragen

Als letztes solltest du deine Inhalte checken. Gibt es vielleicht Beiträge, die nicht mehr aktuell sind? Überlege, ob du sie inhaltlich auf den neuesten Stand bringst oder einfach entfernst.

Prüfe, ob dein Impressum und deine Datenschutzerklärung vollständig sind. Schaue nach, ob deine Kontaktseite ordentlich funktioniert und Anmeldungen über das Newsletter-Formular überhaupt noch möglich sind.

Und falls du noch keine 404-Fehlerseite hast, solltest du unbedingt eine anlegen.

8. Interne und externe Links checken

Externe Verlinkungen, also Verlinkungen zu anderen Seiten (Quellen) sind oft hilfreich für die Nutzer und geben positive Signale an Google. Damit du sicher bist, dass deine Besucher über diese Links an die richtige Seite weitergeleitet werden, überprüfe deine Website auf fehlerhafte Links.

Mit dem Plugin Broken Link Checker kannst du die Seite einfach scannen und kaputte Links entweder entfernen oder durch richtige URL's ersetzen. Das Plugin prüft natürlich auch interne Verlinkungen.

WordPress aufräumen - Fehlerhafte Links

Extratipp:

Deinstalliere das Plugin nach dem Gebrauch wieder, da es recht viel Speicherplatz benötigt und auch Sicherheitslücken mitbringen kann. Installiere es neu, wenn du deine Links mal wieder checken möchtest.

9. Datenbank aufräumen

Dieser Schritt hat es in sich. Solltest du trotz meiner anfänglichen Empfehlung kein Backup angelegt haben, wird jetzt höchste Zeit dafür. Denn wir beschäftigen uns jetzt mit der Datenbank.

Ja, auch die Datenbank sollte zumindest einmal im Jahr aufgeräumt werden. Dabei helfen dir Plugins wie WP-Optimize* oder Advanced Database Cleaner.

Wp-Optimize löscht automatisch alle Entwürfe und gelöschte Beiträge, sodass du Punkt 4 dieser Liste nicht manuell ausführen müsstest. Doch Vorsicht, lösche nicht zu viel!

Auch Spamkommentare sowie ungenehmigte Kommentare werden von dem Plugin entfernt. Viel spannender sind aber das Löschen von Beitragsrevisionen und das Optimieren von Tabellen.

WordPress aufräumen - Datenbank

Revisionen löschen und begrenzen

Revisionen sind automatisch gespeicherte Versionen eines Beitrags, die zur Wiederherstellung genutzt werden können. Durchaus eine praktische WordPress-Funktion. Von Haus aus speichert WordPress allerdings eine unbegrenzte Anzahl an Revisionen. Diese brauchen viel Speicherplatz und sollten daher auch mal gelöscht werden.

Extratipp:

Du kannst die Anzahl von Revisionen mit einem kleinen Codeschnipsel in der wp-config.php von vornhinein begrenzen. Mit

define ('WP_POST_REVISIONS', 5);

würden z.B. generell nur 5 Revisionen angelegt werden.

Tabellen optimieren

Die Datenbank besteht aus Tabellen, die jeweils einen bestimmten Bereich deiner Website bedienen. WordPress selbst bringt einige Tabellen mit. Aber auch jedes Plugin, das du installierst legt eine oder mehrere Tabellen in deiner Datenbank an. Nach einer Weile werden diese Tabellen ineffizient und müssen optimiert werden. Eine Optimierung kann dir unter Umständen richtig viel Speicherplatz bringen. Wie viel genau, zeigen dir die Plugins an. Auch diese Plugins kannst du nach der Aufräumaktion wieder löschen.

Extratipp:

Es ist ratsam neue Plugins zuerst auf einer Testseite zu testen, denn viele Plugins entfernen nicht alle Daten aus der Datenbank nach dem Löschen. Die übriggebliebenen Tabellen gelöschter Plugins kannst du aber auch manuell aus der Datenbank entfernen. Lasse dir dafür in dem Plugin alle Tabellen anzeigen. Und klicke auf Entfernen, wenn die Tabelle zu einem nicht mehr genutzten Plugin gehört. Aber Achtung, solltest du dir unsicher sein, lasse lieber die Finger davon!

WP-Datenbank verstehen

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10. SSL-Verschlüsselung aktivieren

Läuft deine Website schon über https:// oder hast du die SSL-Verschlüsselung noch nicht aktiviert? Wenn nein, dann möchte ich dir dringen dazu raten. Neben der Tatsache, dass die DSGVO bei Kontaktformularen und jeglicher Art von Registrierung eine Verschlüsselung der Datenübertragung vorschreibt, gehört SSL heute zum Standard im Web. Das https://-Protokoll macht deine Seite nicht nur sicherer, sondern auch schneller. Das Installieren des SSL-Zertifikats ist auch überhaupt nicht schwierig.

11. Seitenzustand überprüfen

Eine noch relativ neue, aber sehr nützliche Funktion von WordPress ist der „Website-Zustand“. Du findest sie unter dem Menüpunkt Werkzeuge. Hier wird dir angezeigt, ob mit deiner Seiten etwas nicht stimmt und ob eine Aktion erforderlich ist.

So macht WordPress dich unter anderem darauf aufmerksam, wenn es Zeit ist PHP-Version zu aktualisieren (siehe Beispiel im Bild) oder WordPress upzudaten.

WordPress aufräumen - Seitenzustand
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